Gesetzliche Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung bildet die Basisabsicherung durch den Staat. Die verschiedenen Krankenkassen bieten annähernd einheitliche Mindestleistungen, die Beitragssätze liegen seit dem 01.01.2009 bei 15,5 % (Stand 01.2012) des persönlichen Brutto-Einkommens. Der Arbeitgeber übernimmt einen festgelegten Anteil von 7,3 % (seit 01.01.2011).

Die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung sind abhängig

  • vom Einkommen des Versicherten
  • vom Beitragssatz der Krankenkassen
  • von der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) = 3.825 € mtl. (2012)

Die Beitragsbemessungsgrenze ist die oberste Bemessungsgrenze für die Beitragsberechnung: 

  • Höchstbeitrag GKV (= 15,5 % v. BBG 2012):   592,88 €
  • Höchstbeitrag Pflege (=1,95 % v. BBG 2012):   74,58 €  (Kinderlose 84,14 €)
  • Für die Pflege zahlt der Arbeitgeber die Hälfte.

- Kinderlose GKV- Versicherte ab 23 Jahren zahlen in der sozialen Pflegeversicherung (SPV) einen  Zuschlag von 0,25 %, der allein getragen werden muss. Der Zuschlag entfällt für Rentner, die vor 1940 geboren sind.

Zum Einkommen des Versicherten gehören:

  • Der Jahresbruttoarbeitsverdienst inkl. Weihnachts-/ Urlaubsgeld einschließlich Sonderzahlungen für z. B. regelmäßig Erschwerniszulagen, Leistungsprämien, pauschale Überstunden + Bereitschaftsdienstvergütung, Sachbezüge.

Nicht dazu zählen:

  • Mehrarbeit, wie z. B. unregelmäßige Überstunden, Akkord- und Nachtarbeitszuschläge u. ä.

GKV- versicherungspflichtig sind:

  • Arbeitnehmer mit Bruttoarbeitsentgeld unter Versicherungspflichtgrenze (VPG) 4.237,50 € mtl., bzw. 50.850,00 € jährl. (2012)
  • Rentner mit gesetzlichem Rentenversicherungsanspruch, die GKV-  versichert sind
  • Studenten, Landwirte, Künstler, Publizisten, Arbeitslose*

*Privat Versicherte, die arbeitslos werden, können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen, wenn sie seit mind. 5 Jahren privat versichert sind.

Versicherungsfreiheit in der GKV haben:

  • Arbeitnehmer mit Bruttoarbeitsentgeld seit 1 Kalenderjahr über VPG
  • Arbeitnehmer, die sich selbstständig machen*
  • Selbstständige
  • Beamte, Beamtenanwärter
  • geringfügig Beschäftigte

*können der GKV freiwillig beitreten, bzw. haben ein Weiterversicherungsrecht.

Zur Krankenversicherung zählt nicht die Zahnzusatzversicherung.

Wechselmöglichkeit GKV zu GKV

Zum Wechsel zwischen GKV- Kassen sieht der Gesetzgeber seit 2002 eine Kündigungsfrist bis zum Ende des übernächsten Kalendermonats vor, danach ist man dann 18 Monate gebunden.

Auch die Erhöhung des GKV- Beitragssatzes für Pflichtversicherte bietet ein Sonderkündigungsrecht und macht die außerordentliche  Kündigung zum Ende des übernächsten Kalendermonats möglich.