Trotz vieler Prognose, die vor dem Krise vor 1998 abgegeben worden sind, hat die Ukraine nicht zum ersten Mal ihr Phänomen bewiesen.

Nach der Überwindung eines wirtschaftlichen Einbruchs in den 90er Jahren hat die Ukraine erstaunliche Zuwächse erreicht. Heute liegt das Land, was das Wirtschaftswachstum betrifft, in der GUS an vorderster Stelle. Und das nicht nur dank ersteigerten Metallpreisen. Seit Herbst 2002 konnten einige wichtige politische und wirtschaftliche Reformen auf den Weg gebracht werden. Der Ukraine ist es gelungen den Aufwärtstrend aufrecht zu erhalten und alle wichtigen wirtschaftlichen Parameter zu verbessern.

 

Einige wirtschaftliche Daten:

 

Veränderung zum Vorjahr in %

 

                                               2002                 2003                 2004        2005              2006

BIP                                                      5,2                   9,4                   13,4         6                   8

Industrieproduktion                               7,0                   15,7                 17,0         13,4  

Anlageinvestitionen                               6,0                   16,0                 20,0         5                   13

 

 

                                      in Mio. Euro

Cüterexporte                                        19,732              20.960              28.55       26.250     28.930

Cüterimporte                                        18.982              21.200              27.120     25.770    29.690

Leistungsbilanzsaldo                              3.354               2.550               4.880      4.050      2.820

 

Der Zustrom ausländischer Direktinvestitionen hat sich in 2005mehr als vervierfacht: darin spiegelte sich nicht zuletzt der Vertrauensvorschuss der neuen Staatsführung bei ausländischen Investoren wider.

 

Deutschland nimmt inzwischen unter den Lieferanten der Ukraine Rang 2 ein; die deutschen Exporte aus der Ukraine haben sich im letzen Jahr verdoppelt. Die wichtigen ukrainischen Exportgütter sind Textilien/Bekleidung (34,6%), Metalle/Eisenwaren (19,2%) und Chemieprodukte (6,5%).

                           

Neben starkem Wachstum verzeichnet das Land eine kontinuierlich niedrige Inflation und eine sinkende Auslandsverschuldung. Heute gehören die makroökonomischen Indikatoren der Ukraine zu den besten unter allen GUS-Staaten.

Das Wirtschaftswachstum hat zu einer überproportionalen Steigerung der Durchschnittseinkommen (gemäß unterschiedlicher Angaben – zwischen 6 und 12 Prozent) und damit zu einem greifbaren Anstieg des Lebensstandards in der Ukraine geführt. Von diesem Anstieg wiederum profitieren besonders der Handel, die Konsumgüterindustrie, die Baubranche und der Dienstleistungssektor.

 

Große wirtschaftliche Bedeutung hat das Land unter anderem durch seine reichen Rohstoffvorkommen - Eisenerz, Blei, Kohle, Uran, Mangan, Tonerde, Erdöl, Phosphate, Karbonat, Basalt, Kalkstein, Kristalle; Kaolin, Quarzsand, Salz, Granit, Grafit, Phosphor, Sapponit, Marmor, Fluorid, Halbedelsteine, Quecksilber, Titan, Bauxit, Schwefel, Kalisalze - kann diese fördern und ist auch in der Lage einen Teil davon zu exportieren.

Diese Rohstoffvorkommen bieten eine sehr gute Basis für die dort angesiedelte Schwerindustrie. In der Sowjetzeit waren rohstoffgewinnende sowie Montan- und Rüstungsindustrie, Maschinen-, Fahrzeug- und Flugzeugbau in der Ukraine konzentriert. Bis zu 80% der Industrie hat sich im Osten des Landes angesiedelt:

  • Metallurgie: (Eisen- und Stahlindustrie) ist die wichtigste Industriebranche der Ukraine. Im Jahr produziert das Land durchschnittlich 28,6 Mio. t Stahl. Die größten Erzeuger haben ihre Standorte in der Ostregion der Ukraine. Die Stahlindustrie ist stark exportorientiert – rund 80% der Produktion gehen ins Ausland. Hauptabnehmer sind Russland, China, die Türkei sowie Thailand und Bulgarien
  • Metallverarbeitende Industrie
  • Maschinenbau
  • Für die Automobilindustrie ist die Ukraine mit einem großen Potential an gut ausgebildeten Ingenieuren sowie einer beachtlichen Stahlkapazität ein geeigneter Standort. (VW, Opel, Daimler Chrysler sind schon dort vertreten)

Es ist zu beobachten, dass auch Zulieferfirmen aufgrund niedriger Produktionskosten und guter Absatzchancen nachziehen.

  • Flugzeugbau  - was dazu geführt hat, dass die Ukraine zu Zeiten des "Kalten Krieges" rund 40% des  gesamten Rüstungsoutputs der Sowjetunion herstellte
  • Die Chemieindustrie hat etwa 10% Anteil an der industriellen Erzeugung in der Ukraine. Hergestellt wird eine breite Palette an Produkten, darunter Düngemittel, Plastikteile sowie künstliche Fasern. Für die pharmazeutische Industrie wird eine Reihe von Vorerzeugnissen hergestellt.

Der Großteil der chemischen Unternehmen hat seinen Standort in der Region Donezk.

Die Ukraine verfügt über beträchtliche Kapazitäten im Bereich der Erdölverarbeitung und Herstellung von Zement.

  • Elektroindustrie
  • Textilindustrie (einer der weltgrößten Exporteure von Textilien), Stoffherstellung
  • Holzverarbeitung
  • Das Rückgrat des ukrainischen Energiesektors bilden 44 Wärmeheizkraftwerke sowie 5 Kernkraftwerke.
  • Der ukrainische Softwaremarkt hat sich in den letzten Jahren überaus dynamisch entwickelt. Immer mehr geben die westlichen Länder die Aufträge für die Softwareentwicklung nach Osteuropa unter anderem auch in die Ukraine. Die Softwarebranche profitiert von einem großen Potenzial an qualifizierten  Hochschulabsolventen, die zu vergleichsweise niedrigen Preisen arbeiten.
  • Logistik

 

Die Ukraine besitzt rund 30% des weltweiten Vorkommens an sehr fruchtbaren Schwarzerde – Böden.

Sie wurde in der Sowjetischen Zeiten "der Kornkammer" Russlands genannt.

Demzufolge haben sich die Landwirtschaft und  Nahrungsmittelindustrie zu den wichtigsten Stützen für die Wirtschaft und den Außenhandel der Ukraine entwickelt. Die Ukraine gehört weltweit zu den 5 wichtigsten Exportländern für Getreide. Weiterhin von Bedeutung sind die Anbau von Zuckerrüben und Sonnenblumen sowie die Viehzucht und die Milchwirtschaft.

Weit verbreitet ist die Meinung, dass ukrainische Lebensmittel besser schmecken und gesünder hergestellt würden als importierte. Diese Annahme ist nicht unbegründet: die meisten lokalen Unternehmen verwenden keine Zusätze und Produktionsmittel wie Konservierungsmittel, Farbstoffe und Wachstumshormone.

Ukraine exportiert z.B. große Mengen an Süßwaren nach Russland und Weißrussland, Brauereien exportieren nach Israel und USA. Milchprodukte werden in den Mittleren Osten geliefert, raffiniertes Pflanzen- und Sonnenblumenöl wird nach Russland  und hochprozentiger Alkohol weltweit verkauft.

 

 

 

Ukraine ist nicht nur ein agrarisch und industriell geprägtes Land, sondern ist auch für ihre Kurorte berühmt. Diese verfügen über

  • Gut ausgebautes Netz an spezialisierten Kureinrichtungen mit günstigem Preisleistungsverhältnis
  • Hochqualifiziertes Fachpersonal (Ärzte, Pflege- und Betreuungspersonal)

Die berühmtesten Kurorte sind

  • Krim am Schwarzen Meer  und
  • Berdjansk am Asowschen Meer, den man sogar eine Perle der süd-östlichen Küste nennt.  Berdjansk ist auch auf Grund seines qualitativ hochwertigen Schlamms (Platz II nach dem Toten-Meer-Schlamm) als Schlammkurort bekannt.

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05 09.02.2012