Krankenversicherung für Beamte und Beamtenanwärter

Die private Krankenversicherung bietet viele Vorteile für Beamte und Beamtenanwärter

·         Sie zahlen geringere Beiträge, da sie staatliche Beihilfe in Anspruch nehmen können.

·         Der Leistungskatalog ist gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse wesentlich umfangreicher.

·         Sonderleistungen wie alternative Therapien und eine umfassende Kostenübernahme bei Zahnersatz gehören unter Umständen zu den Vorteilen einer privaten Krankenversicherung.

·         Beamte können die einzelnen Tarife nach ihren Bedürfnissen zusammenstellen.

Um finanzielle Risiken im Krankheitsfalle zu verhindern, ist die Absicherung durch eine Versicherung unvermeidbar. Es gibt die gesetzliche und die private Krankenversicherung. Beamte können zwischen beiden Möglichkeiten wählen, denn sie sind im Gegensatz zu Arbeitern und Angestellten nicht sozialversicherungspflichtig.

Wie sinnvoll ist die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für Beamte?

Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind in der GKV pflichtversichert. Die monatliche Versicherungsprämie richtet sich bis zur Beitragsbemessungsgrenze von jährlich mehr als 47.000 Euro nach der Höhe des Einkommens. Der Beitragssatz beträgt zurzeit 15,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Da sich der Arbeitgeber jedoch an der Zahlung der Versicherungsprämie beteiligt, ist die Belastung für den Versicherten nicht zu hoch. Anders verhält es sich bei Staatsdienern. Beamte, die in einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichert sind, profitieren nicht vom Arbeitgeberzuschuss. Sie sind daher gezwungen, den Höchstbeitrag zu zahlen. Daher ist für Bundes- und Landesbedienstete der Eintritt in eine private Krankenversicherung oftmals die bessere Alternative, denn sie haben als Beamte einen Anspruch auf die Beihilfe des Dienstherrn.

Was ist die Beihilfe und was leistet sie?

Die Kommune, das Land und der Staat haben eine besondere „Fürsorgepflicht“ gegenüber ihren Staatsdienern. Das bedeutet, dass diese im Krankheitsfall eine Beihilfe erwarten können. Die Höhe der staatlichen Zuwendung bewegt sich im Krankheitsfall zwischen 50 und 80 Prozent der angefallenen Kosten und ist in der Beihilfeverordnung des Bundes und der Länder gesetzlich geregelt. Anteilsweise erstattet werden alle medizinisch notwendigen, also beihilfefähigen Aufwendungen. So erhalten Beamte sowie Beamtenanwärter im aktiven Dienst eine Beihilfe von 50 Prozent. Pensionierte Beamte haben gar einen Anspruch auf 70 Prozent der Krankheitskosten. Beihilfeberechtigt sind ebenso Ehepartner und -partnerinnen, die nicht sozialversichert sind. Kinder können, solange sie Kindergeld erhalten, eine Beihilfe von 80 Prozent erwarten. Übrigens: Die Höhe der Beihilfe richtet sich im Gegensatz zur GKV nicht nach dem Gehalt, beziehungsweise den Dienstbezügen des Beamten.

Die Art und der Umfang des Leistungskataloges der PKV für Beamte hängen grundsätzlich von der Entscheidung des einzelnen Beamten ab. Es steht eine große Auswahl an Tarifkombinationen und Versicherungsvarianten zur Verfügung.

Beihilfeberechtigt sind:

·         Beamte im aktiven Bundes- und Landesdienst

·         Beamte im Ruhestand

·         Beamtenanwärter

·         Beamte auf Probe oder auf Widerruf

Welche Rolle spielt die private Krankenversicherung für Beamte?

Da Beamte und Beamtinnen durch die Beihilfe mindestens 50 Prozent einsparen, können sie bei der privaten Krankenversicherung eine Teilversicherung abschließen. Das bedeutet, dass die Staatsdiener im aktiven Dienst einen Tarif wählen können, der lediglich 50 Prozent der entstandenen Krankheitskosten abdeckt. Pensionäre mit einem Beihilfesatz von 70 Prozent wählen einen Vertrag, der 30 Prozent aller Kosten abdeckt. Die Ersparnis ist also enorm. Daher ist der Eintritt in eine private Krankenversicherung für Beamte eine in den meisten Fällen eine sinnvolle Alternative zur GKV. 

Generelle Vorteile der privaten Krankenversicherung (PKV)

Außer den geringen Versicherungsbeiträgen kann der Beamte von vielen Zusatzleistungen profitieren:

·         Der Versicherte hat die freie Wahl zwischen verschiedenen Tarifen. Durch den „Selbstbehalt“ ist eine weitere Beitragsersparnis möglich.

·         Die Krankheitskosten können zu 100 Prozent erstattet werden, auch wenn die Beihilfe Leistungen ausschließt. Hierzu zählt unter anderem die Erstattung der Kosten von Brillen, Kontaktlinsen und alternativen Heilbehandlungen.

·         Bei stationärem Aufenthalt kann ein Zwei- und gar ein Einbett-Zimmer gewählt werden. Auch die Behandlung durch den Chefarzt ist möglich.

·         Zusatzversicherungen gewährleisten teure Zahnersatz-Behandlungen.

Fazit

Da Beamte und Beamtenanwärter nicht sozialversichert, dafür aber beihilfeberechtigt sind, ist gesetzliche Krankenversicherung nur in den seltensten Fällen rentabler, als eine Privatversicherung. Um Kosten zu sparen und viele Vorteile zu genießen, ist die private Krankenversicherung eine gute Alternative. Ein Wechsel von der GKV in die PKV ist jederzeit möglich.

Beihilfe

Was ist Beihilfe?

  • Beihilfe zu den Krankheitskosten erhalten im Rahmen der allgemeinen Fürsorgepflicht des Staates Beamte und deren Angehörige.
  • Die Beihilfevorschriften regeln die Einzelheiten des Beihilfesystems in den allgemeinen Verwaltungsvorschriften für die Gewährung von Beihilfen in Krankheits-, Geburts- und Todesfällen.
  • Generell gilt das Beihilferecht für den gesamten öffentlichen Dienst (Bund, Länder und Kommunen), allerdings haben einzelne Länder durch Rechtsverordnungen eigene Beihiflevorschriften erlassen, deren Inhalte von den Beihilfevorschriften des Bundes abweichen.

 

Wer erhält Beihilfe?

  • Beamte, Richter und Hochschullehrer
  • Beamtenanwärter und Referendare
  • Versorgungsempfänger
  • Waisen, Halbwaisen und Witwer
  • unter bestimmten Bedingungen Angehörige von Beihilfeberechtigten

 

Weitere Infos zum Thema Beihilfe und der Krankenversicherung für Beamte, Beamtenanwärter und Referendare finden sie auf dem Beamten-Infoportal