Private Krankenversicherung

Viele Menschen entscheiden sich aufgrund des deutlich umfangreicheren Leistungsangebots in die private Krankenversicherung zu wechseln. Aktuell sind knapp 9 Millionen Menschen bei über 40 Versicherungsgesellschaften versichert. Bei Behandlungen stehen oft auch modernere Methoden als bei der GKV zur Verfügung. Bei der PKV übersteigt der Versicherungsschutz den der gesetzlichen Krankenversicherung bei weitem. Patienten, die eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben, müssen in der Regel bei einem Arztbesuch deutlich geringere Wartezeiten hinnehmen. Zudem erhalten sie auch fast immer zeitnah einen Termin. Wer sich privat versichert, kann zudem Geld sparen. Dies gilt für Arbeitnehmer mit einem hohem Einkommen und für Selbstständige bzw. Freiberufler. Allerdings unterscheiden sich die Tarife in ihrer Kostenstruktur und den angebotenen Leistungen teils deutlich voneinander, weshalb es sich lohnt, die verschiedenen Tarife miteinander zu vergleichen.

Voraussetzungen für den Eintritt in die PKV

Einen Anspruch auf Versicherungssschutz in der Privaten Krankenversicherung haben in der Regel die folgenden Gruppen:

  • Arbeitnehmer mit einem Einkommen über der Jahresentgeltgrenze
  • Selbstständige und Freiberufler
  • Studenten
  • Beamte sowie Beamtenanwärter
  • Kinder

 

Wenn ein Arbeitnehmer sehr gut verdient, kann er durch einen Wechsel in die PKV deutlich Geld einsparen. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung wird der Beitrag bei der PKV nicht nach dem Einkommen berechnet, sondern nach Alter, Umfang der Leistung sowie Gesundheitszustand bei Eintritt in die private Krankenversicherung. Zudem können Arbeitnehmer bei Abschluss einer PKV einen Zuschuss vom Arbeitgeber erhalten.

Selbstständige und Freiberufler profitieren ebenfalls vom Leistungsangebot und von den Preisen der PKV, da sie in der gesetzlichen Krankenversicherung deutlich höhere Beiträge zahlen müssen, besonders dann, wenn das Einkommen sehr hoch ist. Voraussetzung für eine Ersparnis gegenüber der GKV ist, dass man die private Krankenversicherung in jungem Alter abschließt und noch keine Vorerkrankungen vorweist. Allerdings ist auch ein Einstieg über 50 Jahren noch möglich, wenn auch nicht wirklich vorteilhaft, da hier die Beiträge sehr hoch sind.

Alle Beamten und Beamtenanwärter können die sog. Beihilfe in Anspruch nehmen. Dabei übernimmt der Dienstherr, also zum Beispiel der Bund, einen großen Teil der Kosten für die Krankenkasse. Für die Zahlung der restlichen Kosten bietet sich auch hier der Eintritt in die PKV an. Aufgrund dieser Konstellation wird diese Versicherung oft als Restkosten- oder Beihilfeversicherung bezeichnet. Während Beamte in der GKV die vollen Beiträge bezahlen, müssen in der PKV nur die Restkosten bezahlt werden.

Welche Vorteile bietet ein Wechsel in die PKV?

Wer sich für die private Krankenversicherung entscheidet, kann von zahlreichen Vorteilen profitieren. Diese hängen davon ab, welches Leistungsangebot in Anspruch genommen wird. Einer der größten Vorteile der PKV ist die Leistungsgarantie. Während bei der gesetzlichen Krankenversicherung oft Leistungen ersatzlos gestrichen werden, ohne das Einverständnis der Versicherten einzuholen, sind die ausgewählten Leistungen bei der PKV konstant. Dies gilt allerdings nicht für Standard- und Basistarife.

Eine private Krankenversicherung kann zudem viel individueller gestaltet werden als eine gesetzliche. Je nach Bedarf des Versicherten, kann die Leistung optimal an die Bedürfnisse des Einzelnen angepasst werden. Es stehen zahlreiche Optionen zur Auswahl wie Zahnersatzleistugen, alternative Heilmethoden, Einbettzimmer in einem Krankenhaus sowie Behandlungen durch einen Chefarzt. Allgemein kann man sagen, dass Menschen, die über eine private Krankenversicherung verfügen, auch einen besseren Status bei den Ärzten haben und bevorzugt behandelt werden. So werden Termine schneller vergeben und es werden Behandlungen vorgenommen, die mit einem Versicherungsschutz der GKV nicht möglich wären.

Vor allem für Menschen mit einem hohem Einkommen bringt die private Krankenversicherung schließlich eine deutliche Ersparnis der Kosten ein, da sich der Beitragssatz nicht wie bei der GKV am Einkommen orientiert.

Hier nochmal die wichtigsten Vor- und Nachteile im Überblick:

Vorteile PKV: 

  • Tarife oft günstiger als bei der GKV
  • besseres und individuelles Leistungsangebot
  • Bildung von Altersrückstellungen
  • Behandlung wird bei Ärzten bevorzugt
  • Leistungen bleiben garantiert bestehen
  • Durch eine Selbstbeteiligung können Beiträge gesenkt werden

 

Nachteile PKV:

  • Die Rechnungen müssen zuerst vom Versicherungsnehmer gezahlt werden
  • Gesundheitsprüfung nach der Antragsstellung
  • Höhere Kosten bei Vorliegen einer Vorerkrankung
  • Anstieg der Beiträge im Alter
  • Keine Familienversicherung möglich

Das Leistungsangebot der PKV

Wie schon erwähnt, bietet die private Krankenversicherung ein großes Leistungsangebot, das jenes der GKV in allen Belangen überlegen ist. Im Folgenden werden die wichtigsten Leistungen näher vorgestellt.

 

Ambulantes Leistungsangebot

Wenn Sie als PKV-Mitglied einen Arzt aufsuchen, müssen Sie die Rechnung zuerst selbst bezahlen. Bei den meisten Tarifen der PKV werden sowohl die Kosten für eine Behandlung bei einem Allgemeinarzt als auch die Kosten für einen Facharzt nach Einreichung der Rechnung komplett übernommen. Manche Tarife sehen vor, dass sich der Patient erst vom Hausarzt zum Facharzt überweisen lassen muss, damit die Erstattung in Anspruch genommen werden kann. Die Tarife unterscheiden sich auch hinsichtlich der Honorare für die Ärzte. Wenn ein behandelnder Arzt zum Beispiel das dreifache Honorar der GOÄ (Gebührenordung für Ärzte) berechnet, werden diese Kosten bei einem guten Tarif ebenfalls übernommen. Für rezeptpflichtige Medikamente müssen die Versicherten allerdings die Kosten selbst tragen. Dies gilt ebenfalls für Zuschüsse bei Brillen oder Kontaktlinsen.

 

Stationäres Leistungsangebot

Falls ein Krankenhausbesuch notwendig sein sollte, kann der Versicherte bei der PKV bestimmen, ob er die Behandlung durch einen Spezialisten oder sogar durch den Chefarzt wünscht. Zudem kann er bestimmen, ob er ein Ein- oder Mehrbettzimmer nutzen möchte. Meist erfolgt die Wahl eines Ein- oder Zweibettzimmers in Kombination mit einer Behandlung durch den Chefarzt. Auch bei stationären Leistungen können Arztkosten, die mehr als das 3,5-fache der üblichen Honorare nach der GOÄ betragen durch die private Krankenversicherung übernommen werden, sofern der Versicherte einen guten Tarif ausgewählt hat. Diese hohen Kosten sind bei einer Behandlung durch einen Chefarzt oder einen Spezialisten nicht ungewöhnlich.

 

Zahnleistungen

Wenn eine private Krankenversicherung mit einem guten Tarif abgeschlossen wird, ist in der Regel eine Übernahme von 80 bis 100 Prozent der Kosten für zahnärztliche Behandlungen möglich. Auch Seite: 2 von 6 Erstattungen für einen Zahnersatz, die oftmals teuer sind, zählen zum Leistungsangebot der PKV. Wie auch bei den anderen Leistungen können Behandlungen, die mit mehr als dem 3,5-fachen der üblichen GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) abgerechnet werden, durch einen guten Tarif übernommen werden. Allerdings sollte man in den ersten Jahren nach Abschluss der PKV bei zahnärztlichen Behandlungen die sog. Zahnstaffel beachten. Diese legt fest, bis zu welchem Betrag Leistungen während der ersten Jahre übernommen werden.

 

Krankentagegeld

Wenn man krank wird und längere Zeit nicht arbeiten kann, ist man in der Regel nicht in der Lage, ein Einkommen zu erwirtschaften. Die Lohnfortzahlung für Arbeitnehmer, die gesetzlich bestimmt ist, gilt nur bis zum 43. Tag nach Eintritt der Krankheit. Durch die Inanspruchnahme des Krankentagegelds wird in diesem Fall das fehlende Einkommen ausgeglichen. Auch für Selbstständige und Freiberufler ist dies eine sinnvolle Zusatzoption, wenn sie eine private Krankenversicherung abschließen.

 

Rückerstattung von Beiträgen

Wenn Versicherte über einen längeren Zeitraum keine Leistungen der PKV in Anspruch nehmen, können sie von einer Rückzahlung von einem Teil der bereits bezahlten Beiträge profitieren. Hierbei muss zwischen garantierten und variablen Rückerstattungen unterschieden werden. Bei Letzterem hängt die Rückerstattung der Beiträge vom Geschäftsergebnis der Versicherung ab. Wie die Beiträge zurückgezahlt werden, ist je nach Versicherer unterschiedlich. Manche Versicherer zahlen monatliche Beiträge zurück, während andere Gesellschaften einen einmaligen festgelegten Betrag im Jahr erstatten. Einige Tarife sehen zudem einen Bonus für Versicherte vor, die einen gesunden Lebensstil haben, Nichtraucher sind oder regelmäßig Sport machen. Auch hierfür können Rückzahlungen von Beiträgen erfolgen.

Wie unterscheiden sich die Leistungen bei den Versicherern?

Wenn Sie sich überlegen, eine private Krankenversicherung abzuschließen, sollten Sie zuerst die unterschiedlichen Anegbote der Versicherungsgesellschaften vergleichen. Die Tarife unterscheiden sich teilweise stark hinsichtlich des Leistungsangebots. Bei der Wahl für eine bestimmte private Krankenversicherung sollte auf die folgenden Aspekte geachtet werden:

  • Erstattung der Kosten bei ambulanter Behandlung: Mindestens der 2,3-fache Satz der Gebührenordnung für Ärzte
  • Erstattung der Kosten für Arzneimittel: Originale Medikamente und keine Generika (Nachahmer-Medikamente), so wie vom Arzt vorgeschrieben
  • Erstattung der Kosten für Hilfsmittel: Durch den Hilfsmittelkatalog wird die maximale Erstattung geregelt
  • Erstattung der Kosten bei stationärer Behandlung: Wenn eine Behandlung durch den Chefarzt gewünscht ist, erhöht dies die Kosten massiv
  • Erstattung der Kosten für Kuren oder Aufenthalte in Sanatorien
  • Erstattung der Kosten bei zahnärztlicher Behandlung: Maximal das 3,5-fache des nach der GOZ festgelegten Satzes.

Wie viel kostet eine private Krankenversicherung?

Die Höhe der Beiträge für eine private Krankenversicherung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Zum einen hat die Auswahl des Tarifs und die damit verbundenen Leistungen einen großen Einfluss auf die Beitragshöhe in der PKV. Zum anderen spielen individuelle Aspekte des Versicherten wie Alter, Gesundheitszustand, Vorerkrankungen und Berufsstand eine Rolle. Vor allem für junge und gesunde Menschen ist die private Krankenversicherung daher oftmals eine gute Wahl, da sie von günstigen Beiträgen und großzügigen Leistungen profitieren. Damit Sie einen Überblick über die verschiedenen Tarife der PKV bekommen, sollten die Versicherer und deren Tarife ausführlich analysiert und miteinander verglichen werden. 

Berechnung der Beiträge

Wer eine private Krankenversicherung abschließen möchte und sich die Frage nach der Beitragsberechnung stellt, kann nicht eine eindeutige Antwort erhalten, da vor allem individuelle Seite: 3 von 6 Faktoren die Höhe der PKV-Beiträge beeinflusst. Dadurch, dass sich jeder Kunde durch unterschiedliche Merkmale auszeichnet, können die Beiträge auch sehr unterschiedlich ausfallen. Zudem beeinflusst der gewünschte Versicherungsschutz inklusive etwaiger Zusatzleistungen die Beitragshöhe. Die GKV verlangt dagegen Beiträge, die sich nach der Höhe des jährlichen Einkommens richten. Bei der PKV hängt der Beitrag grundsätzlich von Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, Berufsstand, Leistungsangebot und eventuell Risikozuschlägen ab.

Die Versicherer nehmen also eine ausführliche Kalkulation des Risikos bei jedem Antragsteller vor, damit sie wissen, wie hoch die verursachten Kosten sein werden. Hierfür nutzen die PKV-Anbieter Fragen zur Gesundheit, die ein Antragsteller wahrheitsgemäß beantworten muss. Wenn jemand gesundheitlich schon etwas angeschlagen ist, kann im schlechtesten Fall auch eine Ablehnung des Versicherungsschutzes erfolgen. Jedoch kommen viele Versicherer hierbei etwas entgegen und erheben in diesen Fällen meistens Risikozuschläge.

Schließlich bestimmen auch die Leistungen der Versicherung den Tarif in der PKV. Dazu gehören Faktoren wie besondere Leistungen, die Selbstbeteiligung, ein Krankentagegeld, Zuschüsse oder Verwaltungskosten des Versicherungsnehmers. Für manche Berufe bietet die private Krankenversicherung außerdem besondere Tarife an.

Die im Tarif enthaltenen Leistungen bestimmen, welche Behandlungsarten ein Patient bei der PKV in Anspruch nehmen darf. Dies wird besonders bei Behandlungen im Krankenhaus deutlich. Wird eine Behandlung durch einen Chefarzt oder einen Spezialisten gewünscht, fällt der Tarif deutlich teurer aus, als durch eine Behandlung in einem Mehrbettzimmer. 

Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung

Viele Menschen entscheiden sich dafür, den Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung vorzunehmen. Dabei sind viele von den Vorteilen der PKV gegenüber der GKV überzeugt. Wer als Neukunde eine private Krankenversicherung abschließt, profitiert meistens von deutlich günstigeren Tarifen. Dabei sollten folgenden Aspekte vor Abschluss eines Vertrages beachtet werden. Zuerst müssen Sie überlegen, welche Leistungen Sie in Anspruch nehmen wollen. Es macht keinen Sinn, für Leistungen zu zahlen, die Sie wahrscheinlich nie beanspruchen werden. Überlegen Sie außerdem, welche Kosten verursacht werden, wenn Sie von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln möchten. Auch Familientarife, die bei der GKV in Anspruch genommen wurden, sollten dabei berücksichtigt werden. Außerdem müssen Sie entscheiden, ob eine Selbstbeteiligung sinnvoll ist oder nicht. Dies hat zwar eine höhere eigene Beteiligung an den Kosten zur Folge, reduziert aber gleichzeitig den monatlichen Beitrag deutlich.

Da seit 2009 ein lückenloser Versicherungsschutz vorgeschrieben ist, sollte zudem die gesetzliche Krankenversicherung erst dann gekündigt werden, wenn eine private Krankenversicherung abgeschlossen wurde. Beim alten Versicherer muss daher bis zum Ablauf der Versicherung ein Nachweis über den Abschluss einer neuen Versicherung erbracht werden, damit die Kündigung auch rechtskräftig ist.

Beachten sollte man daher folgende Aspekte:

 

  • Möchte man nur den Tarif oder den Anbieter wechseln?
  • Individuelle Wünsche für die private Krankenversicherung festlegen
  • Informationen über Fristen einholen
  • Kündigung an die alte Krankenversicherung schicken
  • Bestätigung der Aufnahme in die neue Versicherung einreichen

Anstieg der Beiträge im Alter

Vor allem junge Menschen müssen bei Abschluss einer PKV beachten, dass in jedem Tarif ein Sparanteil, die sog. Altersrückstellung in Höhe von 10 Prozent enthalten ist. Diese muss bis zum Ende des 60. Lebensjahres bezahlt werden. Sinn und Zweck dieser Rückstellung ist die Verhinderung eines deutlichen Anstiegs der Kosten für die private Krankenversicherung, da sich bei vielen Menschen der Gesundheitszustand im Alter verschlechtert. Die Versicherer rechnen damit, dass das Risiko einer Erkrankung mit fortschreitendem Alter immer weiter steigt, wodurch schließlich sehr hohe Kosten entstehen können. Durch den angesparten Betrag der Altersrückstellung soll dieser Anstieg der Kosten ausgeglichen werden. Außerdem soll vermieden werden, dass häufige und starke Anpassungen der Beiträge vorgenommen werden müssen, damit die private Krankenversicherung auch im fortgeschrittenen Alter noch bezahlbar ist. Der Sparanteil entfällt ab dem 65. Lebensjahr, so dass ab diesem Zeitpunkt geringere Beiträge gezahlt werden müssen.

 

Möglichkeiten für einen günstigeren Tarif in der PKV

Selbstbeteiligung erhöhen
Durch die Erhöhung der eigenen Beteiligung an Kosten für Medikamente, Behandlungen und Hilfsmittel können Sie den monatlichen Beitrag für die private Krankenversicherung deutlich reduzieren. Dies ist allerdings nur dann vorteilhaft, wenn Sie nicht sehr oft zum Arzt gehen und keine chronischen Erkrankungen vorweisen. Anderenfalls könnten dadurch die Kosten steigen.

Leistungen streichen
Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Tarif für die private Krankenversicherung zu teuer ist, sollten Sie überlegen, welche Leistungen noch in Anspruch genommen werden sollten und auf welche Leistungen verzichtet werden kann. Dabei muss jedoch erwähnt werden, dass einmal gestrichene Leistungen nicht so leicht wiedererlangt werden können.

Tarif wechseln
Um die Kosten für die PKV zu reduzieren, bietet sich natürlich auch ein Wechsel des Tarifs an. Bei vielen Versicherungsgesellschaften können Sie Tarife finden, die ähnliche Leistungen bieten wie Ihr alter Tarif, aber trotzdem günstiger sind. Dies ist durch die Struktur der Tarife zu begründen. Durch das Eintreten von neuen Mitglieder in die PKV und durch einen großen Anteil an verstorbenen PKV-Mitgliedern ist eine Veränderung der Tarife keine Seltenheit. 

Häufig gestellte Fragen zur PKV

Wann ist eine private Krankenversicherung sinnvoll?

Allgemein ist eine private Krankenversicherung für junge Menschen am sinnvollsten, da die Beiträge recht niedrig sind. Zwar gibt es keine Altersgrenze, jedoch steigen die Beiträge mit zunehmenden Alter stark an, weshalb der Abschluss einer privaten Krankenversicherung ab dem 50. Lebensjahr kaum sinnvoll ist.

 

Wer kann eine private Krankenversicherung abschließen?

Wenn Sie Arbeitnehmer sind und über der Jahresentgeltgrenze von aktuell 60.750 Euro liegen, haben Sie die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Im Gegensatz zur GKV sind die Beiträge bei der PKV unabhängig vom Einkommen. Zudem profitieren Sie von einem deutlich größeren Leistungsangeobt als bei der GKV. Selbstständige und Freiberufler sparen mit einer privaten Krankenversicherung ebenfalls viel Geld. Da kein Arbeitgeber die Beiträge paritätisch übernimmt, müssen Selbstständige die Kassenbeiträge der GKV alleine aufbringen. Auch Beamte und Beamtenanwärter profitieren von einer privaten Krankenversicherung durch die Beihilfeversicherung. Hier übernimmt der Dienstherr der Beamten den Großteil der Kosten für die Versicherung, so dass der Beamte für die restlichen Kosten eine günstige private Krankenversicherung abschließen kann.

 

Erfolgt eine Beitragserhöhung, wenn man mehr verdient?

Nein. Die Beiträge werden in der PKV unabhängig vom Einkommen erhoben, so dass die Kosten für die private Krankenversicherung nach einer Gehaltserhöhung nicht einfach erhöht werden dürfen. Allerdings sind Beitragserhöhungen aus anderen Gründen möglich, etwa durch steigende betriebliche Kosten der Versicherer.

 

Sollte man eine Selbstbeteiligung vereinbaren?

Wenn Sie nur selten zum Arzt gehen, macht die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung Sinn, um Kosten für die private Krankenversicherung zu sparen. Dabei sollten Sie überlegen, ob in Zukunft eventuell häufigere Arztbesuche möglich sind. Es besteht auch die Möglichkeit, die Selbstbeteiligung auf bestimmte Bereiche wie die ambulante oder stationäre Behandlung zu beschränken. Die Obergrenze für die Selbstbeteiligung sollte nicht extrem hoch sein, da im Falle einer teuren Behandlung oder sogar Operation erhebliche Kosten für den Versicherten entstehen können. Es sollte beachtet werden, dass eine vereinbarte Selbstbeteiligung oft nur schwer wieder angepasst werden kann. Falls im fortgeschrittenen Alter häufigere Arztbesuche notwendig sind, kann eine private Krankenversicherung dadurch sehr teuer werden.

 

Wie erfolgt der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung?

Wenn alle Voraussetzungen für die Aufnahme in die PKV vorliegen, können Sie jederzeit die private Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Die Kündigungsfrist bei der GKV beträgt üblicherweise 2 Monate bis zum Ende eines Monats. Wenn Sie als Arbeitnehmer ein Einkommen oberhalb der Jahresentgeltgrenze von 60.750 Euro nachweisen können, ist ein Wechsel in die private Krankenversicherung auch ohne die Einhaltung dieser Frist problemlos möglich. Haben Sie einen geeigneten Tarif gefunden, können Sie bei der PKV-Gesellschaft einen Antrag stellen. Dazu müssen Sie einige Gesundheitsfragen beantworten. Dabei sollten die Antworten wahrheitsgemäß erfolgen und es sollte nichts dazu erfunden werden. Nachdem der Antrag genehmigt wurde, erhalten Sie von der Versicherungsgesellschaft eine Bestätigung der Aufnahme in die PKV. Diese muss innerhalb der Kündigungsfrist bei der alten gesetzlichen Versicherung eingereicht werden. Erst mit Abgabe der Aufnahmebestätigung wird die Kündigung wirksam, so dass kein Risiko besteht, dass bei einer fehlgeschlagenen Aufnahme in die PKV kein Versicherungsschutz mehr besteht.

 

Bietet die private Krankenversicherung auch eine Familienversicherung?

Leider können Sie in der PKV keine Familienversicherung in Anspruch nehmen, so dass die Beiträge für jedes Familienmitglied einzeln gezahlt werden müssen. Allerdings hat die private Krankenversicherung hier den Vorteil, dass die individuellen Bedürfnisse jedes Familienmitglieds beachtet werden können. So können die Eltern andere Leistungen beanspruchen als die Kinder. Außerdem ist die private Krankenversicherung für Kinder recht günstig, da in diesem Alter noch keine Altersrückstellungen aufgebaut werden. Somit sind bereits Tarife unter 100 Euro monatlich mit einem großen Leistungsangebot möglich. Zudem übernehmen Arbeitgeber für Kinder von Arbeitnehmern einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent des Kassenbeitrags.

 

Kann man eine private Krankenversicherung mit einer Vorerkrankung abschließen?

Grundsätzlich sieht das System der PKV nicht vor, dass Personen mit Vorerkrankungen vom Versicherungsschutz komplett ausgeschlossen werden. Die private Krankenversicherung darf jedoch Risikozuschläge verlangen und bei besonders schweren Fällen sogar den Versicherungsschutz ablehnen. Die Gesellschaften verlangen die Beantwortung von Gesundheitsfragen, bevor eine PKV abgeschlossen werden kann. Je nach Versicherer können diese Fragen unterschiedlich ausfallen. Manche Gesellschaften fragen nach den ärztlichen Behandlungen in den letzten zehn Jahren, während andere Anbieter nach den Aufenthalten in Krankenhäusern der letzten fünf Jahre fragen. Wenn eine Krankheit erst nach Abschluss der Versicherung diagnostiziert wird, müssen allerdings keine Zuschläge bezahlt werden. Stellt die Versicherung fest, dass in den vergangenen Jahren Allergien oder sogar schwere Erkrankungen vorlagen, erhebt sie Risikozuschläge auf den Beitrag oder streicht bestimmte Leistungen aus der Versicherung. Auch für Personen, die ein starkes Über- oder Untergewicht haben, können Zuschläge erhoben werden. Wenn eine schwere Erkrankung vorliegt, haben die Versicherer die Möglichkeit, den Eintritt in die PKV auch komplett abzulehnen. Falls Sie eine Vorerkrankung haben, können Sie sich gerne mit einem Versicherungsexperten in Verbindung setzen, um zu klären, ob trotzdem eine Chance für die Aufnahme in die private Krankenversicherung besteht.

 

Ist ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung problemlos möglich?

Es ist in einigen Fällen möglich, wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Jedoch sind damit einige Bedingungen verbunden. Dazu gehört zum Beispiel Arbeitslosigkeit oder das Unterschreiten der Jahresentgeltgrenze. Wenn das 55. Lebensjahr erreicht wurde, ist ein Wechsel der Krankenkasse in der Regel nicht mehr möglich.
Fazit:
Ein Wechsel in die PKV bietet also für viele Menschen zahlreiche Vorteile hinsichtlich den Beiträgen und den Leistungen. Durch das große Angebot an unterschiedlichen Tarifen können individuelle Wünsche viel besser bedient werden als bei der GKV. Es ist also empfehlenswert, die verschiedenen Angebote der Versicherer miteinander zu vergleichen, um den optimalen Tarif zu finden.