Schnell-Einstieg
Wer braucht welche Absicherung?
Unser Schnell-Einstieg führt Sie direkt zu den für Sie wichtigen Themen.
Was sind Unisex-Tarife ?
Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem März 2011 zwingt alle Versicherungsunternehmen, ab dem 21.12.2012 für Männer und Frauen einheitliche Tarife anzubieten. Damit wird ein grundlegendes Versicherungsprinzip, nämlich die Versicherungsprämie nach dem statistischen Risiko zu bemessen, in Bezug auf das Geschlecht ausser Kraft gesetzt.
Bislang unterscheiden die Versicherer nämlich geschlechtsspezifische Risikofaktoren für Mann und Frau. So zahlen Frauen zum Beispiel für private Rentenversicherungen (ohne Todesfallschutz) aufgrund der statistisch höheren Lebens-erwartung deutlich höhere Beiträge als Männer. Dies ist künftig nicht mehr erlaubt.
Das Urteil hat weitreichende Auswirkung auf sämtliche Versicherer und einige tausend Versicherungstarife. Betroffen sind die Sparten Lebens-, und Rentenversicherung, Kranken-, Pflege, Berufsunfähigkeits- und Vorsorge-versicherungen, sowie Autoversicherungen.
Ausnahme: Riesterverträge sind seit 2006 bereits geschlechtsneutral kalkuliert.
Was passiert mit den bestehenden Verträgen ?
Alle Altverträge, die vor dem Stichtag 21. Dezember 2012 abgeschlossen wurden, unterliegen dem bisherigen Recht und behalten ihre Gültigkeit.
Sollte man neue Versicherungen noch vorher abschliessen oder besser warten?
Unsere Empfehlung zur Vorgehensweise:
1. Vorsorge-Check
- Definieren Sie entsprechend Ihrer Lebenssituation und Lebensplanung Ihren persönlichen Absicherungsbedarf.
- Überprüfen Sie Ihre vorhandenen Absicherungen hinsichtlich des Leistungsumfangs.
- Ermitteln Sie Ihre Vorsorge-Lücken.
2. Günstiger-Prüfung
- Schliessen Sie existenzielle Risiko-Lücken sofort!
Einige Versicherer bieten schon heute neben den "Alt"-Tarifen die neuen Unisex-Tarife an.
Wählen Sie die für Ihren Bedarf günstigere Tarifkalkulation. - Prüfen Sie bestehende Verträge auf Leistung und Preis und wechseln Sie gegebenenfalls in einen neuen Unisextarif und unter Umständen dabei den Versicherer.
Ein unabhängiger Versicherungsmakler hilft Ihnen, damit Sie in der Vielzahl an Versicherungsgesellschaften und Versicherungstarifen den Überblick behalten. Er kann Ihnen die Vor- und Nachteile jeweils aufzeigen und in Euro ausrechnen.
Wie werden sich die Versicherungsprämien verändern ?
Es ist zu befürchten, dass es wohl für alle grundsätzlich teurer wird, da die Umstellung sämtlicher Tarife und die damit verbundenen Kosten in Verwaltung, Marketing und Vertrieb in die Kalkulation einfliessen. Verbraucherschützer befürchten zudem, dass die Versicherer die Gelegenheit nutzen, um ihre Gewinnmargen zu erhöhen.
Laut einer Untersuchung des britischen Beratungsunternehmen Oxera ist damit zu rechnen, dass die durchschnittlichen Beiträge für Risikolebensversicherungen für Frauen um über 30 Prozent steigen werden - während sie für Männer nur um gut 12 Prozent sinken.
Hier die einzelnen Sparten im Überblick:
| Versicherungssparte | Tarife für Frauen | Tarife für Männer |
|---|---|---|
| Private Pflegeversicherungen | werden günstiger | werden teurer |
| Berufsunfähigkeitsversicherung | werden günstiger | werden erheblich teurer |
| Risikolebensversicherung | werden bis zu 35% teurer | werden bis zu 12% günstiger |
| Private Krankenversicherungen | werden günstiger | werden teurer |
| Private Rentenversicherungen | werden günstiger | werden teurer |
| Lebensversicherungen | werden teurer | werden günstiger |
| Kfz-Versicherungen | werden bis zu 15% teurer (besonders für Fahranfängerinnen) | werden günstiger (besonders für Fahranfänger) |
Die Riester-Rente ist nicht betroffen, da diese schon seit 2006 geschlechtsneutral ausgestaltet ist.
Grundsätzlich kann man sagen, dass die Altersvorsorge für Männer einen höheren Beitrag erfordern wird!
Sollte Mann/Frau dann nicht doch noch warten ?
Grundsätzlich besser nicht!
Gerade bei den Risikoabsicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Krankheit und Tod sind umfassende Gesundheitsprüfungen zum Vertragsabschluss nötig. Wer hier mit dem notwendigen Versicherungsschutz wartet, ist weiterhin ohne Absicherung unterwegs und riskiert aufgrund von Unfall oder Erkrankung später die benötigte Absicherung nicht mehr zu bekommen.
Anders ausgedrückt: Wenn mit dem Auto von München nach Berlin fährt, der gurtet sich in aller Regel zu Beginn an und nicht erst in Ingolstadt, Nürnberg oder Leipzig.


