Späterer Rentenbeginn, Aussetzung der Rentenerhöhung, Einführung des Nachhaltigkeitesfaktors, steigendes gesetzliches Mindestalter für den Rentenbeginn, steigende Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung, Steuerpflicht der Rente, Inflation und steigendes Durchschnittalter der Bevölkerung sind nur einige Gründe, warum im zu Rentenbeginn mit weniger Geld gerechnet werden sollte als vielleicht angenommen.

 

Durch die Anhebung des Rentenbeginns verbessert sich weder der Gesundheitszustand oder die Qualifikation älterer Arbeitnehmer noch deren Lage auf dem Arbeitsmarkt und in den Unternehmen. Wenn Arbeitsplätze und Beschäftigungsperspektiven für Ältere fehlen und Unternehmen weiterhin ältere Arbeitnehmer benachteiligen, hat das zur Folge, dass die Mehrzahl der Älteren mit Rentenabschlägen in Rente gehen wird.  Die Heraufsetzung des Rentenbeginns wirkt sich damit de facto wie eine dauerhafte Rentenminderung um über 10 Prozent aus.

 

Die Rentenlücke wird ab Rentenbeginn zur Gewissheit, für diejenigen, die nicht privat vorgesort haben. Das Rentenniveau fällt in Zukunft niedriger aus als erwartet. Nicht zuletzt deshalb, weil für die Ermittlung des Netto-Einkommens jetzt auch die aktuellen Rentenbeiträge und die privaten Vorsorgebeiträge berücksichtigt werden. Steigen die Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung oder investiert jemand in seine private Altersvorsorge, fällt der Anstieg des Netto-Einkommens niedriger aus und damit auch des Rentenniveaus.

 

Durch die Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors bleiben die Rentenzuwächse hinter den Lohnsteigerungen deutlich zurück. Geht man von realen Lohnsteigerungen wie in den letzten Jahren aus, wird das Rentenniveau folglich in der Zukunft sinken.  Was sind aber die Gründe für die realen Kürzungen bei Löhnen, Gehältern und Renten? Die Lebensarbeitszeit wird immer kürzer, die Arbeitslosigkeit liegt konstant auf hohem Niveau und steigende Steuer- und Abgabenlast führten dazu, dass die Nettolöhne ja Arbeitnehmer sowie die Eckrente (Rente eines Versicherten mit 45 Jahren Beitragszahlungen aus dem Durchschnittseinkommen) von 1980 bis 2002 um 1,4% bzw. 0,9 Prozent sanken.

 

Das Thema Inflation sollte dringend berücksichtigt werden beim Aufbau der eignen Altersvorsorgestrategie: Inflation bedeutet in der Volkswirtschaftslehre einen andauernden Anstieg des Preisniveaus. Daher kann man Inflation auch als Geldentwertung verstehen. In den letzten 50 Jahren betrug die Inflationsrate durchschnittlich 2,8 Prozent pro Jahr.


Inflation bedeutet einfach gesagt: Für das, was man heute kaufen kann, benötigt man in Zukunft mehr Geld.

 

Beispiel 1:

Wenn Sie z.B. heute mit 2.500 Euro auskommen, benötigen Sie für den gleichen Lebensstandard in 20 Jahren 3.715 Euro (bei einer angenommenen Inflation von 2 Prozent).

 

Beispiel 2:

Ein Betrag von 100 Euro heute ist in 10 Jahren nur noch 82 Euro, in 20 Jahren 67 Euro und in 30 Jahren sogar nur 55 Euro wert.

 

Beispiel 3:

Je länger die Spardauer ist, desto größere Teile nagt die Inflation vom Vermögen. Ein monatlicher Sparplan hat bei 20 Jahren Laufzeit und 2 Prozent Inflation gut ein Fünftel der Kaufkraft durch die Inflation verloren, nach 40 Jahren sogar ein Drittel.

 

Wichtig:

Die nominalen höheren Beträge, die sich aus einer einmaligen Kapitalzahlung oder aus regelmäßigen Rentenzahlungen zu Rentenbeginn ergeben, sind völlig illusorisch. Entscheidend ist der zu diesem Zeitpunkt reale Wert, d.h. es muss eine inflationsbereinigte Berechnung vorgenommen werden, die den zukünftigen Geldwert reduziert auf die heutige Kaufkraft. Bekommen Sie in 25 Jahren z.B. von einer Lebensversicherung oder einem Sparplan 100.000 Euro ausgezahlt, so sind diese 100.000 Euro (bei 2 Prozent angenommener Infaltion) "nur" 53.939 Euro wert.

 

TIPP:

Bei unseren Berechnungen unter Analyse Ihrer Vorsorge ist eine Inflation von 2 Prozent berücksichtigt. Für Ihre Sparverträge und Lebens- oder Rentenversicherungen können Sie die Dynamisierung nutzen, um die Inflationsgefahr zu beseitigen. Wer die Inflation nicht in seine Altersvorsorge einbezieht bekommt völlig falsche Ergebnisse und hat im Alter deutlich weniger als gedacht.

 

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[Wissenswertes][Riester-Rente][Lebensversicherung beleihen]

18 02.09.2010